Geschichten aus der Ferne











{November 7, 2007}   Ich will euren NEID sehen *g*

Als ich am Samstag (3.11.2007) mit Netty nach einer durchfeierten Nacht von Fetcham aus nach Leatherhead gestiefelt bin, um dort ein “traditional English breakfast” zu bekommen, dass es nur bis eine halbe Stunde vorher gegeben hätte, wir also nicht mehr bekommen haben und stattdessen einen Burger verschlungen haben, konnte ich ein paar schöne Bilder von dem Weg machen, der quasi mein Schulweg ist :)

Anfangen tuts hier:
Cannon Way

Und wenn man durch diese Gasse geht, dann ist das ne nette Abkürzung:
Gasse

Und findet solche Bäume:
Bäume

Soviel schonmal zum “goldenen Oktober im November *g* Es war sooo schön und ich hatte wirklich keine dicke Jacke an oder so, nur ein Longsleeve Shirt mit meiner Lederjacke drüber, wie ein wunderschöner Herbstnachmittag, unglaublich!
Geht man von dort aus über eine Straße, wieder auf einen Holperweg und dreht sich um, sieht man das:

Weg zurückgucken

Und guckt man wieder nach vorn, sieht man noch ein Stück Straße. So weit gekommen, ist man irgenwas zwischen 5 und 10 Minuten unterwegs, allerdings eher in Richtung 5 ;)

Nach vorn

Soweit ists ja schon schön, aber wenn ich den “shortcut” von dieser Straße aus nehme, laufe ich durch einen mehr oder minder Trampelpfad (nachts nicht so zu emfpehlen, weil viel Gebüsch, kein Licht und keine Menschen ;) ) und kann mich an dieser Landschaft erfreuen (wenn ich nicht zu sehr damit beschäftigt bin, mich mit Hunde-Hinterlassenschaften auseinander zu setzen *g*):

Wiese

Weg

Und hier gehts weiter…

Zur Brücke hin

Vorbei an diesem Baum und unter der Brücke durch…

Baum2

Brücke

Dann gehe ich links und über eine Brücke, wo ich nach zuerst nach rechts…

Brücke rechts

…und dann nach links schauen kann:

Brücke links 2

Wenn ich das alles gesehn hab, muss ich noch eine Straße entlang für etwas weniger als 10 Minuten und schwupps, bin ich in der High Street in Leatherhead, eher 15-20 Minuten sinds dann noch in die Schule, aber das lässt sich alles ganz wunderbar ertragen bis jetzt mit einem solchen wunderbaren “goldenen November” ;)

Ich hoffe, ihr könnt euch ein kleines bisschen ein Bild von meinem Weg zur Schule machen (der Weg zum Bahnhof ist das übrigens auch :) ) und die Bilder gefallen euch!
Knutschis, die Jewlz :-*



{November 6, 2007}   Schule :)

Hmmm, heute hab ich mal mitbekommen, wie es ist, wenn nicht alle Schüler einfach so lieb sind… Nicht, dass es ganz schlimm mit Schlägen und Schreien und so gewesen wäre, nur, dass halt nicht alles immer so “peachy” ist und so. Nunja, ich habe in einer zehnten Klasse mitgeholfen, immer vier auf den Flur geschickt bekommen und sollte mit denen deren “speaking booklets” üben für die Prüfung nächstes Jahr. Ganz davon abgesehen, dass es einfach tooootlangweilig ist, immer wieder gefragt zu werden: “Wie heißt deine Schule?”, “Musst du eine Schuluniform tragen? Wie sieht sie aus?”, “Um wieviel Uhr beginnt der Unterricht?”… (man füge hier noch nach Belieben fragen dieser Art zum Thema Ferien, Freunde und Familie und Freizeit ein.)
Als ich also versuchte, möglichst lustig diese Fragen durchzusprechen, indem ich die Schüler hab gegenseitig sich befragen lassen und es war eigentlich wirklich locker, wanderten einige ans andere Ende vom Flur oder haben beschlossen, dass sie lieber wieder im Computerraum arbeiten möchten. Ich meine, ich habe steif und fest behauptet, ich bin Lehrerin und dass das jetzt ihre Aufgabe ist und sie ja in fünf Minuten wieder weiter machen könnten, aber irgendwie war das wohl nicht glaubhaft für ein paar von ihnen ;) Es ist interessant zu sehen, dass nicht alle zu verstehen scheinen, dass ich kein “blöder neuer Lehrer” bin, der sie quälen und nerven möchte, sondern dass es für sie eine Möglichkeit ist, möglichst ungezwungen das zu üben, was sie in ein paar Wochen produzieren müssen. Bis jetzt hab ich ja auch immer eine positive Reaktion bekommen, nur heute war es eher Indifferenz, die mir entgegengebracht wurde. Das ist allerdings auch mal eine schöne Erfahrung, weil es nicht immer alles so wie im Bilderbuch läuft und ich bin mir trotz allem sicher, dass die paar Schüler, mit denen ich heute geredet habe, wenigstens ein bisschen mitgenommen haben, auch, wenn sie es vielleicht nicht wissen *g*

Das wollte ich nur mal schnell loswerden, um auch mal zu sagen, dass ich ja tatsächlich als Lehrerin hier an die Schule gehe und nicht nur in Schottland und Co. unterwegs bin :D

Ich drück euch!
Jewlz



Wie versprochen kommt hier noch die zweite Hälfte von meinen Ferien und dieses Mal sogar schon relativ fix! *auf die Schulter klopf* Nunja, wollen wir uns mal nicht gleich am Anfang loben ;) Ein paar Bilder, nämlich die aus Glasgow, habe ich schon ins Album gestellt und stehen bereit, um kommentiert zu werden. Aber fange ich mal vorne an. Am Mittwoch, den 24.10., hatte Nikky, meine “Gastschwester” hier, ihren 20. Geburtstag, was eine wirklich schöne Sache war, mitzubekommen. Nikky hat immer nur ein bis zwei Geschenke auf einmal aufgemacht, um die Freude möglichst auf den ganzen Tag zu verteilen :) Und der Hammer an dem Tag war, dass ich sogar zum Festtagsmittagessen mit eingeladen war!!! Somit habe ich an dem Tag einen schönen Geburtstag, leckeres “fancy-restaurant”-Essen und schließlich dann die Fahrt mit dem Bus nach Glasgow erlebt. Letzteres war zwar spannend, aber mit ersteren beiden an Spaß nicht zu vergleichen ;) Ja, abends um neun bin ich in die Bahn gestiegen, um mich mit Janina (eine weitere deutsche Fremdsprachenassistentin) an der Victoria Station in London zu treffen, von wo aus auch unser “Megabus” nach Glasgow abfuhr. Das war allerdings erst um 23.45h oder so… Dennoch sind wir frohen Mutes und quatschender Weise in einen riesigen Doppeldeckerbus eingestiegen, der tatsächlich wohl bis auf den letzten Platz ausgebucht war, anders, als wir gehofft hatten. Hm, immerhin waren wir zu zweit und keiner von uns musste sich mit dem kein-Taschentuch-besitzenden, Barfuß-seienden, stark nach Schweiß riechenden Herrn einen Doppelsitz teilen, weil wir ja zusammen waren. Gerochen hat der trotzdem. :( Aber hey, kein Abenteuer solcher Art ohne komische, rotzdende und stark riechende Menschen! ;) Im Endeffekt haben wir doch so drei Stunden schlafen können und sind heile um halb neun morgens in Glasgow am Bahnhof angekommen, wo wir unsere Taschen einschließen konnten und uns erstmal auf die Suche nach nem Kaffee gemacht haben ;) Darauf folgte eine Serie von Gärten und alten Häusern und Denkmälern, die wir gemäß meinem fünf-Pfund-Schottlandreiseführer abgegangen sind. Viel haben wir auch einfach dadurch gesehen, dass wir wild drauflos gelaufen sind und die Stadt an sich genossen haben. Janina war da wirklich eine tolle Partnerin für einen solchen Trip, es hat wunderbar gepasst! Trotzdem haben wir irgendwann nachmittags, als wir auch ein bisschen shoppen gewesen waren, den Schlafmangel gemerkt und nach einer weiteren Kaffeepause den Busbahnhof aufgesucht, um mit einem “citylink bus” nach Edinburgh zu kommen und dort unser Zimmer im “High Street Hostel” zu beziehen. Nicht zu vergessen war ja, dass wir “13+ beds” gebucht hatten… Aber zurück zum Bus. Wir hatten das Glück, gleich in zehn Minuten einsteigen zu können und eine Stunde später durch die dunklen aber geschäftigen Haupstraßen von Edinburgh zu wandern. Wandern deshalb, weil Julia zwar die Adresse vom Hostel aufgeschrieben hat, aber nicht, wo genau die Straße liegen sollte und mein Stadtplan im Reiseführer war da eher nicht so detailliert :D Nach langem hin und her und einige Fragen später sind wir aber in der Blackfriar’s Street angekommen und konnten Sachen im Zimmer einschließen und unser Abendessen suchen, welches ein “Beer and Burger” Angebot für 4,50 Pfund war, very convenient ;) Völlig alle und zu nicht mehr wirklich viel fähig – es war ja jetzt auch schon halb elf oder so – sind wir ins Hostel, dort ins Bett (es war übrigens doch nur ein 8-Bett-Zimmer) und morgens um 9h frisch und fröhlich aufgestanden und gegen 10.30h endlich auf den hellen Straßen von Edinburgh zu stehen. Wir sind zum Schloss, in verwinkelte Gassen und auf Hügel geklettert :D Man kann wirklich nur sagen, dass wir ne Menge gesehen haben, auch am Samstag bevor wir wieder in einen großen Bus in Richtung London gestiegen sind. Freitagabend allerdings sind wir in diversen Pubs gewesen, nachdem wir lange durch unbekannte Ecken von Edinburgh gestratzt sind, um einen gemütlichen Pub mit tollem Essen für wenig Geld zu suchen. In den diversen Pubs danach wurde so ziemlich überall Musik gespielt von den unterschiedlichsten Formationen, von jungen Punkrockern zu gesetzteren Oldie-Coverern (hm, klingt grad komisch, aber ihr könnt euch ja denken, was ich meine ;) ). Als wir nun gerade die letzten Noten eines etwas älteren, bekannten Songs hörten, wurden wir schräg von hinten von einem Mann mit krass schottischem Akzent, roter Knollnase und weit über unserem Alter angesprochen. Zuerst waren wir seeehr skeptisch, vor allem, weil er noch einen anderen älteren Herrn dazuholte, der ähnlich betrunken war… Im Endeffekt nahm das ganze aber eine coole Wende, als sie uns einen jungen Pub zeigten, völlig ohne Touristen und Leuten, die in ganz gemütlicher Runde Gitarre spielten und sangen, und zwar schottische Volkslieder. Nebenbei ist für uns Mädels jeweils noch ein Freigetränk rausgesprungen und der Abend war rund! :D Wir wurden auch noch zu einem schottischen Mittagessen eingeladen am Samstag, doch auf dieses Angebot sind wir einfach nicht eingegangen. Man kann ja nicht alles machen ;)
Samstagmorgen mussten wir schon um 10.30h auschecken, durften dort aber noch Klamotten deponieren und haben die Stadt nochmal unsicher gemacht.  Nachmittags gabs “tea and  a scone” with butter and jam und weil Janina und ich doch ziemlich fertig waren vom rumlaufen, sind wir abends, um die Zeit nicht absitzten zu müssen, bis der Bus kommt, ins Kino gegangen und haben uns “Ratatouille” angesehen. Ein sehr süßer Film und man kann gar nicht glauben, wie schön es sein kann, nach drei Tagen dauergehen mal zwei Stunden am Stück zu sitzen ;) Zumindest nicht, bis man für mehrere Stunden in einem Bus sitzt, wo der Busfahrer nicht weiß, wie die auf volle Power aufgedrehte Heizung heruntergedreht werden kann. Seeehr schön, wenn man mit 100 Menschen auf engstem Raum für mehrere Stunden eingepfercht ist… Naja, ich habs ja überlebt, wie ihr seht, auch wenn ich nur dreimal für fünf Minuten meine Augen schließen konnte, aber so laufen so Busreisen nunmal *g* Ich war gegen neun Uhr morgens in Fetcham angekommen und schlagkaputt, aber happy, die Reise gemacht zu haben. Ich möchte unbedingt noch einmal mehr Zeit für Edinburgh haben und definitiv noch viel mehr von Schottland sehen, wenn ich die Zeit habe!

Soviel erstmal dazu, die restlichen Bilder von Edinburgh kommen jetzt auch ins Album ;)
Ich schick ganz viel Sonne (die wir hier erstaunlicher Weise im Moment ganz schön viel haben *auf Holz klopf*) zu euch und drück euch!
Jewlz



{November 3, 2007}   Half Term erste Hälfte

Ja, hier waren ja schon wieder Ferien vom 22.10. bis zum 26.10., die ich auch ganz wunderbar ausgenutzt habe und natürlich nicht nur auf der faulen Haut gelegen habe, sondern fleißig rumgereist bin, wie einige von euch ja schon wissen ;) Bevor ich euch aber Rugby-Ergebnisse und andere wichtige Dinge zeige und erzähle, möchte ich erstmal zeigen, wie schön es hier ist, vor allem, weil das Wetter grade außergewöhnlich mild und sonnig ist und ich genieße das hier mit jedem Atemzug, da es ja ganz schnell ganzganz anders werden kann… *g* Also hier mal ein Eindruck von meinem Blick aus dem Zimmer vor zwei Tagen:

Blick aus dem Fenster 1.11.2007

Uuuund ich hab auch mal ein Bildchen vom Haus gemacht heute, weil es so schön und sonnig war, einfach, damit ihr mal sehen könnt, dass ich tatsächlich in sonem süßen kleinen englischen Haus wohne ;)

“Mein” Haus ;)

Naja, vielleicht nicht ganz so klein, wie mans aus den Filmchen kennt, aber ist trotzdem eng genug hier *g* Wie auch immer, eigentlich wollte ich ja generell ein bisschen über Half Term sprechen, die Herbstferien hier. Das ist eine Woche Schulfrei einmal im Oktober, dann noch mal im Februar und dann noch mal im Mai, quasi meine letzte Arbeitswoche, was ganz nett ist, wie ich finde. Diese Woche im Oktober habe ich also damit angefangen, dass ich am Samstag zu Netty nach Ashtead (ca. 30min mit dem Fahrrad) gefahren bin und wir in den Pub sind, um uns das Rugby-Finale anzusehen, nämlich England gegen Südafrika. Allerdings hatten wir das Gefühl, dass alle großen Menschen der Umgebung sich in genau diesem Pub verabredet hatten und uns dadurch der Blick auf den Bildschirm verwehrt war. Also sind wir schnurstracks nach hause, Fernseher an und bei viel Schnacken, etwas Wein und wenig schauen hat England leider verloren, aber immerhin nur 15 zu 6 oder so… (tut mir leid, ich habs irgendwie vergessen) Aber es war auch kein spannendes Spiel, wie wir beschlossen haben ;) Zweieinhalb Filme und eine Flasche Wein später haben wir dann doch die Müdigkeit Überhand nehmen lassen und meiner Meinung nach die Ferien mit ausschlafen bis um 13.30h gebührend eingeleitet. :D

Nunja, der Montag war eher unspektakulär, ich habe nur gegammelt und hab beim shoppen ein wenig Geld unter die Leute gebracht… Was soll ich auch machen, wenn bei Primark die Taschen nur 6 Pfund und Tops 1 bis 3 Pfund kosten?? ;) Der Dienstag dagegen war außergewöhnlich toll! Zum Mittagessen hatte ich mich mit Penny, einer Lehrerin bei mir an der Schule, in London verabredet. Wir haben uns also – hach, ich find, das klingt wie im Film *g* – an der Waterloo Station getroffen, um dann am London Eye vorbei der Themse entlang einen Japaner zu finden, bei dem wir gegessen haben und uns die Sonne haben ins Gesicht scheinen lassen. Wir sind am Globe vorbei gekommen, allerdings gibt es da im Moment keine Vorstellungen, weil es ja offen ist und normalerweise zu kalt, aber der Souvenirshop war natüüüürlich geöffnet. Erstaunlich, was man alles mit Shakespeare-Zitaten oder -Bildern machen kann ;) Ansonsten sind wir noch ins “Tate”, die Kunstgalerie, gegangen und an St. Paul’s Cathedral vorbei zum Covent Garden Market gegangen. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich London immer und immer mehr packt und ich hab ja erst einen Bruchteil gesehn! Abgesehen von mir persönlich ein paar zu vielen Menschen gibt es dort tolle Ecken und zwar gleich im Zentrum, wie soll denn das erst werden, wenn man mal ein bisschen mehr erkundet?! Bleibt gespannt, wenn ich was finde, sag ichs euch bestimmt! :D Ich habe ein paar Bilder vom Tag in mein Fotoalbum gestellt, was ihr finden könnt, wenn ihr links oben unter dem Bild auf “more Photos” klickt, viel Spaß beim gucken!
Abends dann bin ich ganz spontan zu einem Konzert von José González gegangen, weil Fabian mich drauf gebracht hat, dass jemand sein Ticket verkaufen möchte und zwar nicht zum “wucher-direkt-am-Eingang-vo-dem-Konzert-Preis” Und dann hab ich doch jemanden am Eingang getroffen, der doch tatsächlich ein Ticket loswerden wollte für NOCH günstiger! Das nenn ich mal Glück *g* Ein paar Bilder vom Konzert habe ich auch in ein neues Album gestellt. Ich muss schon sagen, dass dieser Tag sehr ereignisreich und aufregend war. Erstens hatte ich einen genialen Tag in London mit einer sehr netten Person, die auch etwas mehr weiß als Reiseführer ;) und zweitens habe ich ein wunderschönes Gitarrenkonzert gehört, das in einer Kirche stattgefunden hat und drittens war es das erste Mal, dass ich sehr spät allein wieder direkt aus London nach hause nach Fetcham kommen musste und ich habs geschafft.

Es ist toll hier! :D

Ich drück euch,
Jewlz



et cetera
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